Lieferantendokumentation im Anlagenbau prüfen

Kurz gesagt

Lieferantendokumentation prüfen heißt, die Unterlagen eines Zulieferers wie Datenblätter, Zeichnungen, Zeugnisse und Betriebsanleitungen vor der Annahme gegen die Dokumentenanforderungsliste und die Bestellspezifikation abzugleichen. Wir automatisieren den ersten Durchgang über Vollständigkeit, Revisionsstände und Kennwerte, über jeden Befund entscheidet ein Ingenieur.

Aktualisiert am 27. Okt. 2026

Zu jeder Pumpe, Armatur und jedem Behälter schickt der Zulieferer einen Stapel PDFs mit Datenblättern, Aufstellungszeichnungen, Werkstoffzeugnissen, Prüfberichten und Anleitungen. Jemand muss sie gegen die Liste in der Bestellung abhaken, Revisionsstände und Werte vergleichen und Kommentare zurückschreiben. Bei vielen Zulieferern pro Projekt wird diese Prüfung leicht verschoben, und Versäumnisse werden teuer.

Einstieg
Sprintein Anwendungsfall · 9.900 €
Systeme
SolidWorks PDM, Autodesk Vault, 3DEXPERIENCE
Ergebnis
Lücken und Abweichungen vor der Annahme markiert

So funktioniert es

  1. 01

    Anforderungsliste in Regeln übersetzen

    Die Dokumentenanforderungsliste (Vendor Document Requirements List, VDRL) der Bestellung wird zur Checkliste je Artikel oder Tag mit Dokumentart, Format, Sprache, Termin und Zweck der Einreichung, etwa zur Prüfung oder als Endstand.

  2. 02

    Eingänge zuordnen

    Eingehende Dokumente werden gelesen, auch gescannte PDFs, soweit der Text lesbar ist. KI ordnet jedes Dokument einer Zeile der Liste zu und liest Dokumentnummer, Revision, Tag und Kennwerte wie Werkstoff oder Auslegungsdruck aus.

  3. 03

    Abgleichen und markieren

    Fehlende Dokumente, veraltete Revisionen, falsche Tags und Werte, die von der Bestellspezifikation abweichen, werden markiert, jeweils mit der Seite, auf der sie stehen.

  4. 04

    Kommentare vorbereiten

    Ein Entwurf der Kommentarliste führt die Befunde je Dokument auf. Ein Ingenieur bestätigt, ändert oder verwirft jeden Kommentar und setzt den Prüfstatus, bevor etwas an den Zulieferer zurückgeht.

Was Sie bekommen

  • Checkliste aus Ihrer Dokumentenanforderungsliste

    Ihre Dokumentanforderungen je Artikel oder Tag als pflegbare Checkliste, erweiterbar von Projekt zu Projekt.

  • Prüfbericht je Lieferung

    Status je gefordertem Dokument, also eingegangen, fehlend, veraltet oder abweichend, mit der Fundstelle zu jedem Befund.

  • Entwurf der Kommentarliste

    Vorbereitete Kommentare an den Zulieferer, geprüft und freigegeben von Ihrem Ingenieur.

Grenzen

Die Prüfung gleicht Dokumente mit der Anforderungsliste und der Bestellspezifikation ab. Sie beurteilt nicht, ob eine Konstruktion technisch angemessen ist, gibt keine Berechnungen frei und ersetzt nicht die Prüfung von Zeugnissen, die Regelwerke und Verträge verlangen. Schlechte Scans, handschriftliche Vermerke und Zeichnungen ohne Schriftfeld schränken ein, was sich lesen lässt. Werte werden nur verglichen, wo die Bestellspezifikation sie in vergleichbarer Form nennt. Über jeden Befund und jeden Kommentar an den Zulieferer entscheidet ein Ingenieur.

Systeme

  • SolidWorks PDM
  • Autodesk Vault
  • 3DEXPERIENCE

Häufige Fragen

Was ist eine Dokumentenanforderungsliste (VDRL) im Anlagenbau?

Eine Dokumentenanforderungsliste (Vendor Document Requirements List, VDRL), auch Supplier Document Requirements List (SDRL) genannt, ist Teil der Bestellung. Sie legt fest, welche Unterlagen ein Zulieferer liefern muss, etwa Datenblätter, Zeichnungen, Zeugnisse, Prüfberichte und Anleitungen, mit Dokumentcodes, Terminen und dem Zweck jeder Einreichung, zum Beispiel zur Prüfung oder als Endstand. Sie ist die Grundlage, um Lieferantendokumentation zu verfolgen und zu prüfen.

Welche Unterlagen liefert ein Zulieferer im Anlagenbau zu einer Pumpe oder Armatur?

Typischerweise ein Datenblatt, eine Maß- oder Aufstellungszeichnung, Werkstoffzeugnisse wie Abnahmeprüfzeugnisse 3.1 nach EN 10204, Prüfberichte etwa zur Druckprüfung, eine Konformitätserklärung, wo eine Richtlinie gilt, zum Beispiel die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU, sowie Betriebs-, Wartungs- und Ersatzteilunterlagen. Den genauen Umfang legen die Bestellung und ihre Dokumentenanforderungsliste fest.

Lässt sich Lieferantendokumentation in SolidWorks PDM oder Autodesk Vault gegen eine VDRL verfolgen?

Ja. Beide Systeme speichern Dokumente mit Eigenschaften und führen sie durch Workflows. Jede Zeile der VDRL lässt sich über Eigenschaften wie Dokumentcode, Tag, geforderte Revision und Termin abbilden, der Prüfstatus über einen Workflow-Status. Berichte zeigen dann, was fehlt oder überfällig ist. Größere Projekte nutzen oft ein eigenes Dokumentenlenkungssystem, das derselben Logik folgt.

Kann KI Lieferantendokumentation automatisch prüfen, und wo liegen die Grenzen?

KI kann einen großen Teil des ersten Durchgangs übernehmen, also Dokumente zuordnen, Dokumentnummern, Revisionen und Tags lesen und angegebene Werte mit der Bestellspezifikation vergleichen. Sie kann nicht beurteilen, ob eine Konstruktion technisch angemessen oder ein Zeugnis echt ist, und liest schlechte Scans unzuverlässig. Jeder Befund sollte seine Fundstelle zeigen, und ein Ingenieur entscheidet, was an den Zulieferer zurückgeht.

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